{"id":157,"date":"2013-03-05T04:51:11","date_gmt":"2013-03-05T02:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.dj6dp.de\/?p=157"},"modified":"2013-03-05T04:51:11","modified_gmt":"2013-03-05T02:51:11","slug":"nkt-r3-vs-yaesu-vx-3-ein-testbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dj6dp.de\/?p=157","title":{"rendered":"NKT-R3 vs. Yaesu VX-3 &#8211; ein Testbericht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vor knapp 2 Jahren entschloss ich mich, mir eine leichtgewichtige Alternative zu meinem guten, aber betagten Standard C500 zuzulegen. Die Wahl fiel nach einigem Umsehen auf das VX-3 von Yaesu. Letztlich ausschlaggebende Punkte, neben der Gr\u00f6\u00dfe, waren einerseits der Breitbandempf\u00e4nger, andererseits der relativ g\u00fcnstige Preis (ca. 160-180\u20ac). Ziel: Ein einziges Ger\u00e4t, was so klein ist, dass man es wirklich immer dabei haben kann, und dabei Handfunkger\u00e4t, Scanner und Weltempf\u00e4nger vereint.<br \/>\nIm Vorfeld wurden von befreundeten OM einige Kritikpunkte genannt, die sich jedoch allesamt nicht best\u00e4tigten:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Zu geringe Sendeleistung von nur 1,5 bzw. 1 Watt. Die handels\u00fcblichen 5 Watt sind jedoch rechnerisch nur ca. eine S-Stufe mehr, und auch in der Praxis funktioniert es mit der Ausgangsleistung des VX-3 verbl\u00fcffend gut. Vor allem f\u00fcr den Betrieb auf 2m hat sich eine l\u00e4ngere als die doch sehr kleine mitgelieferte Antenne bew\u00e4hrt.<\/li>\n<li>Schlechte ZF-Filterung, daher h\u00e4ufige St\u00f6rger\u00e4usche in der Stadt durch B\u00fcndelfunk u.\u00e4.. Vereinzelt traten St\u00f6rger\u00e4usche auf, jedoch nie so stark, dass sie den Funkbetrieb ernsthaft beeintr\u00e4chtigt h\u00e4tten.<\/li>\n<li>Kein 6,25kHz-Kanalraster. Einerseits schade, andererseits wei\u00df ich keine Anwendung au\u00dfer PMR446, f\u00fcr die dieses Kanalraster \u00fcberhaupt n\u00f6tig w\u00e4re. PMR empfangen geht jedoch zur Not sicherlich auch mit etwas danebenliegendem VFO (ist schlie\u00dflich FM); Senden ist ohne Frequenzerweiterung gar nicht m\u00f6glich. Diese habe ich nicht vorgenommen &#8211; schlie\u00dflich habe ich keine zwei teuren Amateurfunkpr\u00fcfungen abgelegt, um mich illegal auf &#8222;Jedermann&#8220;-Frequenzen herumzutreiben.<\/li>\n<li>Keine M\u00f6glichkeit, 4m-BOS-Funk zu h\u00f6ren (der UKW-Radiobereich beginnt, gem\u00e4\u00df japanischem Standard, schon bei 76 MHz; in diesem Bereich ist nur WFM-Empfang m\u00f6glich). Mal ganz abgesehen von der Illegalit\u00e4t interessiert mich BOS-Funk aber schlichtweg nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will an dieser Stelle keinen ausf\u00fchrlichen Testbericht zum Yaesu VX-3 schreiben. Die Ger\u00e4te renommierter Markenhersteller sind mittlerweile eigentlich alle recht bedenkenlos kaufbar, und auch das VX-3 stellt keine Ausnahme hiervor da.<br \/>\nVor allem vom Breitbandempf\u00e4nger darf man keine Wunder erwarten, aber insgesamt handelt es sich um ein solides Ger\u00e4t was seinen Zweck hervorragend erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kommen seit einiger Zeit verst\u00e4rkt \u00e4u\u00dferst preisg\u00fcnstige Nachbauten des VX-3 auf den Markt. Ich denke, jedem sollte klar sein, dass ein Ger\u00e4t f\u00fcr ca. \u00bc des Preises technisch nicht mithalten kann. Dennoch handelt es sich um f\u00fcr Amateurfunkzwecke taugliche Ger\u00e4te, und wer sehr wenig Geld hat oder -wie ich- ein Drittger\u00e4t sucht, das f\u00fcr alle F\u00e4lle immer im Rucksack dabei sein kann, f\u00fcr den stellen solche &#8222;Billigfunken&#8220; durchaus eine Option dar.<br \/>\nAls mir f\u00fcr gerade mal 15\u20ac ein kaum gebrauchter VX-3-Nachbau, in diesem Fall das NKT-R3 (reines UHF-Ger\u00e4t), angeboten wurde, konnte ich also nicht nein sagen. Doch wie schlecht ist es wirklich? Hierzu nun ein Erfahrungsbericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auspacken (neudeutsch &#8222;unboxing&#8220;):<br \/>\nDas Ger\u00e4t kommt in einem in Hochglanz bedruckten Karton. Darin befindet sich neben dem Funkger\u00e4t selbst der passende Akku (gleiches Modell wie beim Original; als Nachbau-Ersatzakku f\u00fcr ca. 5\u20ac zu haben), eine kurze Anleitung (auf Chinesisch und schlecht \u00fcbersetztem Englisch), eine kurze Antenne (SMA, kein Reverse-SMA!), ein USB-Ladekabel inkl. Netzteil (allerdings f\u00fcr englische Steckdosen), ein anschraubbarer G\u00fcrtelclip und eine Ohrh\u00f6rer-Mikrofonclip-Kombination (die sich entgegen erster Bef\u00fcrchtungen durchaus angenehm tragen l\u00e4sst). Zus\u00e4tzlich bekam ich ein PC-Programmierkabel dazu.<br \/>\nDas Geh\u00e4use und auch das Display gleichen denen des VX-3 nahezu v\u00f6llig; die Verarbeitung ist nat\u00fcrlich auf einem niedrigeren Niveau, aber durchaus robust. Das Innenleben ist wie beim Original um einen gro\u00dfen Metallk\u00fchlk\u00f6rper herum aufgebaut; das Geh\u00e4use f\u00fchlt sich zwar minderwertiger an, hat aber auch einen (versehentlichen) Sturz auf einen Schotterweg gut \u00fcberstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Empf\u00e4nger:<br \/>\nDie Empfindlichkeit des Empf\u00e4ngers ist \u00fcberraschend gut und im Vergleich kaum bis gar nicht schlechter als bei Vergleichsger\u00e4ten. Nat\u00fcrlich hinkt es bei der Gro\u00dfsignalfestigkeit und Selektivit\u00e4t &#8211; so war zum Beispiel das Relais DB0FUS (439,200 MHz) auch noch als &#8222;Geistersignal&#8220; auf 439,2375 MHz (eigentlich DB0TVH) zu h\u00f6ren. Sobald letzteres Relais aufgetastet wurde, waren jedoch nur noch schwache Intermodulationseffekte wahrnehmbar. Insgesamt nicht sch\u00f6n, aber noch akzeptabel.<br \/>\nAnders als bei anderen Ger\u00e4ten, die ich ausprobiert habe, ist die Abstimmung des Empf\u00e4ngers nicht sp\u00fcrbar verz\u00f6gert. Abstimmbar ist der VFO \u00fcbrigens von 400 bis 470 MHz. Zu den w\u00e4hlbaren Frequenzrastern finden sich im Internet widerspr\u00fcchliche Angaben &#8211; mein Ger\u00e4t beherrscht ausschlie\u00dflich 5kHz und 6,25kHz-Schritte. W\u00e4hrend mit letzterer Einstellung zwar uneingeschr\u00e4nkte Kompatibilit\u00e4t zum im Amateurfunk verbreiteten 12,5er-Raster herrscht, sind die zus\u00e4tzlichen Abstimmschritte aber unn\u00f6tig verlangsamend. Die Rauschsperre ist im Men\u00fc einstellbar, allerdings musste ich bisher nie nachregeln.<br \/>\nDie NF-Wiedergabe war im Originalzustand schon bei kleinster Lautst\u00e4rke unangenehm laut, zudem gibt das Ger\u00e4t beim Einschalten (und wenn der Akku leer ist) ein lautes, schrilles Piepen von sich. Die Tastent\u00f6ne lassen sich abschalten, dies jedoch nicht. Eine erhebliche Verbesserung brachten ein Widerstand (ca. 20 Ohm) in Reihe zum Lautsprecher, und zus\u00e4tzlich ein Kondensator parallel dazu, um die H\u00f6hen zu bed\u00e4mpfen. Der Lautsprecher ist im Originalzustand nur durch Kontaktfedern mit der Hauptplatine verbunden &#8211; an sich eine schlaue Idee, da so kein Kabel versehentlich rei\u00dfen kann, allerdings war es f\u00fcr den Umbau erforderlich, eine der Federn durch ein St\u00fcckchen Litze zu ersetzen. Der Lautst\u00e4rkeregelbereich ist zwar immer noch nicht gro\u00dfartig, in der Praxis aber ausreichend.<br \/>\nEtwas verwirrend ist die Balkenanzeige: Sie entspricht der des VX-3, dient aber ausschlie\u00dflich der Lautst\u00e4rke &#8211; ein S-Meter ist nicht vorhanden.<br \/>\nNoch kurz ein Wort zum Radio: Dieses beschr\u00e4nkt sich auf UKW, ist aber ebenfalls \u00fcberraschend empfindlich und klingt mit den Modifikationen am Lautsprecher sogar besser als das des VX-3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sender:<br \/>\nGleich beim ersten Dr\u00fccken der PTT-Taste f\u00e4llt auf, dass die Umschaltung mit einer sp\u00fcrbaren Verz\u00f6gerung geschieht. Dieses Ph\u00e4nomen habe ich schon bei vielen Ger\u00e4ten dieser Preisklasse beobachtet. Au\u00dfer f\u00fcr extrem schnelle &#8222;Kl\u00f6nrunden&#8220; sollte dies jedoch kein Problem darstellen.<br \/>\nDie Ausgangsleistung betr\u00e4gt ca. 1,5 Watt und sinkt bei Umschalten auf &#8222;low&#8220; auf ca. 1,2 Watt (gemessen an einem Messplatz). Vermutlich h\u00e4ngt sie auch vom Ladezustand des Akkus ab. Hier w\u00e4re eine Stufe, die die Bezeichnung &#8222;low&#8220; auch verdient, w\u00fcnschenswert.<br \/>\nDie Modulation ist hell und deutlich und wurde auf Nachfrage ausschlie\u00dflich positiv beurteilt. Die Umschaltung zwischen breitem und schmalem FM (immer wichtiger f\u00fcr Relais im 12,5kHz-Raster) ist ebenso m\u00f6glich wie die Verwendung verschiedener Ablagen oder CTCSS- und DCS-T\u00f6ne f\u00fcr Senden und Empfang.Gerade f\u00fcr unterwegs praktisch ist die eingebaute VOX-Funktion, die zufriedenstellend funktioniert &#8211; immerhin, denn das VX-3 hat gar nicht erst eine. Der Anschluss von anderem als dem mitgelieferten Headset d\u00fcrfte sich jedoch schwierig gestalten, da hierzu eine leicht versenkt eingebaute 4-polige 2,5mm-Klinkenbuchse. Einen passenden Stecker hat wohl kaum jemand in der Bastelkiste herumliegen, vom fummeligen Anl\u00f6ten ganz zu schweigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Programmierung:Das Ger\u00e4t besitzt 100 Speicherpl\u00e4tze f\u00fcr Funk und 20 f\u00fcr den Radioteil. Zwar lassen sie sich auch manuell programmieren, gerade bei mehreren Ger\u00e4ten oder vielen zu speichernden Frequenzen erleichtert es das Programmierkabel aber enorm. Immerhin gibt es \u00fcberhaupt so etwas; zum VX-3 existiert meines Wissens keine solche M\u00f6glichkeit.<br \/>\nDie erste \u00dcberraschung: Obwohl sich das Funkger\u00e4t per USB laden l\u00e4sst, hat das Programmierkabel ausschlie\u00dflich eine serielle Schnittstelle. Das stellte mich vor ein Problem, da keiner meiner standardm\u00e4\u00dfig verwendeten PCs noch so eine Schnittstelle hat und ich auch kein USB-Adapterkabel parat hatte. Nachdem doch ein geeigneter PC gefunden war die n\u00e4chste Ern\u00fcchterung: Die beiliegende Software war zickig und konnte das Ger\u00e4t zwar auslesen, aber nur die Men\u00fcparameter \u00e4ndern, nicht die Speicherkan\u00e4le. Kurz: Sie ist v\u00f6llig nutzlos. Durch den OM, von dem ich das Ger\u00e4t erworben hatte, bekam ich aber gl\u00fccklicherweise eine neuere Programmversion, die zwar immer noch zickig ist, aber ihren Dienst verrichtet. (Aus naheliegenden Gr\u00fcnden kann ich diese Programmversion hier nicht zum Download bereitstellen; sollte jemand vor dem gleichen Problem stehen, sende ich sie jedoch gern per E-Mail zu.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Fazit:<br \/>\nDas NKT-R3 hat einige Schw\u00e4chen, \u00fcberrascht jedoch durchaus mit positiven Eigenschaften und ist seinem Vorbild in ein paar Details sogar voraus.<br \/>\nWie schon eingangs erw\u00e4hnt kann wohl niemand ernsthaft erwarten, dass ein Funkger\u00e4t f\u00fcr 30-40\u20ac mit einem f\u00fcr den vierfachen Preis vergleichbar ist. Wer sich dessen bewusst ist und nur gelegentlich unterwegs auf 70cm qrv sein m\u00f6chte, kann aber durchaus zugreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor knapp 2 Jahren entschloss ich mich, mir eine leichtgewichtige Alternative zu meinem guten, aber betagten Standard C500 zuzulegen. Die Wahl fiel nach einigem Umsehen auf das VX-3 von Yaesu. 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