{"id":256,"date":"2017-04-01T23:39:15","date_gmt":"2017-04-01T21:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.dj6dp.de\/?p=256"},"modified":"2017-04-01T23:39:15","modified_gmt":"2017-04-01T21:39:15","slug":"frischer-wind-auf-kurzwelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dj6dp.de\/?p=256","title":{"rendered":"Frischer Wind auf Kurzwelle"},"content":{"rendered":"<p>Die Rundfunkfrequenzen unterhalb von 30 MHz sind aus kommerzieller Sicht inzwischen wohl zweifellos klinisch tot. Und anders als im UHF-Bereich, wo im Rahmen der aktuellen Umstellung auf DVB-T2 erneut kr\u00e4ftig Frequenzen zugunsten von Mobilfunk umgewidmet werden, scheint es f\u00fcr die Kurz-, Mittel- und Langwellen-Rundfunkbereiche bislang keine gro\u00dfen Begehrlichkeiten zu geben. Das verwundert wenig, ist doch die dort verf\u00fcgbare Bandbreite stark begrenzt &#8211; und Bandbreite ist heutzutage schlie\u00dflich die Maxime. Digitale Aussendungen in diesen Bereichen wurden zwar immer mal wieder getestet, sind aber nie wirklich \u00fcber das Versuchsstadium hinausgekommen, zumindest nicht in Deutschland. Und \u00dcberreichweiten m\u00f6gen uns Funkamateure zwar erfreuen, sind aber aufgrund schlechter Planbarkeit und m\u00f6glicher Interferenzen f\u00fcr kommerzielle Nutzer wohl eher ein Minuspunkt.<\/p>\n<p>Inmitten der Brache des AM-Rundfunks zeigt sich nun aber schon bereits seit einiger Zeit eine Entwicklung, mit der so wohl nur die Wenigsten gerechnet h\u00e4tten: Die rechtlichen und technischen Zugangsh\u00fcrden zu Rundfunkaussendungen in den AM-Bereichen sind gering geworden, und so gibt es zahlreiche neue nichtkommerzielle Sender, deren Hauptantrieb Spa\u00df am Medium ist. Ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich sage dass dies wohl die spannendste Entwicklung im Rundfunk seit der Bl\u00fcte der Piratensender ist. Nat\u00fcrlich gibt es sp\u00e4testens seit der gro\u00dffl\u00e4chigen Verbreitung von Breitband-Internet auch zahllose Webradios in unterschiedlicher technischer und inhaltlicher Qualit\u00e4t, aber die meisten Leser dieses Artikels d\u00fcrften mir sicher zustimmen dass Radio ohne Hochfrequenz einfach nicht dasselbe ist. \ud83d\ude42 (Und nein, die freiverk\u00e4uflichen FM-Transmitter z\u00e4hlen nicht!)<\/p>\n<p>Der Anlass weshalb ich diese Zeilen schreibe ist dass ich vorhin beim Durchschalten der Speicherpl\u00e4tze meines Kurzwellentransceivers auf dem Weg zum 40m-Band auf der 6070 kHz &#8222;h\u00e4ngenblieb&#8220; &#8211; der Frequenz also, auf der auch <a href=\"https:\/\/www.darc.de\/nachrichten\/radio-darc\/\">Radio DARC<\/a> sendet. Vorhin war es aber das Programm von <a href=\"http:\/\/www.radiosylvia.de\/\">Radio Sylvia<\/a>, was meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Wie der Name schon vermuten l\u00e4sst handelt es sich dabei um einen ehemaligen Piratensender, der inzwischen legal als Webradio existiert und einzelne Sendungen auch \u00fcber angemietete Kurzwellensender verbreitet. Leider bekam ich nur die letzte halbe Stunde mit, war aber dennoch ziemlich angetan von der Musikauswahl, die man selbst bei Spartensendern auf UKW so wohl kaum finden w\u00fcrde. So macht Radio h\u00f6ren mal wieder Freude! In den bevorstehenden Urlaub kommt jedenfalls wieder ein Kurzwellenempf\u00e4nger mit.<\/p>\n<p>Noch kurz zu den technischen Parametern: Obwohl die Sendeanlage von <a href=\"http:\/\/www.channel292.de\/\">Channel 292<\/a>, welche die Frequenz 6070 kHz nutzt, sich bei Ingolstadt befindet und mit &#8222;nur&#8220; 10 kW arbeitet, konnte ich die Sendung durchg\u00e4ngig mit S9+10 und ohne Fading oder Phasenausl\u00f6schungen empfangen. Als Empf\u00e4nger diente mein Icom IC-728 mit einer Drahtantenne von ca. 20 Metern L\u00e4nge. Die NF-Wiedergabe klang teilweise etwas angezerrt, was aber an der Filterung im Empf\u00e4nger liegen mag, deren Bandbreite f\u00fcr Rundfunk etwas zu gering sein d\u00fcrfte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rundfunkfrequenzen unterhalb von 30 MHz sind aus kommerzieller Sicht inzwischen wohl zweifellos klinisch tot. 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